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Vom Kloster St. Michael in Paring zur Wallfahrtskirche St. Ottilien zu Hellring

Den meisten Menschen fällt es so schwer, aufzustehen und zu sagen bzw. zu tun was sie möchten, dass sie lieber ein Leben in der gewohnten Welt mit all ihren Mängeln verbringen. Die Angst vor Veränderung, dem Neuen und die Angst vor dem Scheitern lässt sie auf der Couch sitzen bleiben.

Das Überschreiten der ersten Schwelle ist der Moment, in dem Du tatsächlich etwas tust, was sich nicht umkehren lässt.

Der zweite Akt der Heldenreise beginnt.

Der zweite Akt der Heldenreise beginnt.

Auf dem Weg:

Du kennst dein Ziel, aber das heißt noch lange nicht, dass du auch den Weg dahin kennst.

Dein Weg beginnt in Kloster St. Michael Paring 1, 84085 Langquaid. Nimm dir ein paar Minuten Zeit die Kirche in dich aufzunehmen. Spüre dich hinein, wo du bist, in deine Gegenwart, in deine aktuelle Situation, in die Erwartung am Beginn deiner Reise. Schließe deine Augen und lass ein inneres Bild kommen. Welche Farben hat das Bild, ist es heller oder dunkler? Sind Geräusche in diesem Bild, lauter oder leiser? Wie ist die Stimmung in diesem Bild?

Du kannst das alles in dein Pilgerbuch schreiben.

Mache dich auf den Weg, an der ersten Weggabelung nimm dir eine Minute Zeit. Was ist der erste Schritt, den du auf dein Ziel zumachen musst? Stell dir vor, du hast den ersten Schritt getan, was hat sich verändert? Was war notwendig um den Schritt zu tun? Wie geht es dir damit?

Schreibe deine Gedanken wieder in dein Buch und mach dich weiter auf den Weg.

Links, oder rechts nimm dir Zeit für deinen nächsten Schritt. Was ist der nächste Schritt um dein Ziel zu erreichen? Was brauchst du dafür? Wie ist es, den nächsten Schritt getan zu haben? Stell dir vor, du hast auch diesen Schritt getan, was hat sich verändert, was ist gleich geblieben, was war der Preis für diesen Schritt?

Schreibe deine Gedanken wieder in dein Buch und mach dich weiter auf den Weg.

Du siehst St. Ottilien schon in der Ferne, aber es sind noch einige Schritte bis dahin, wiederhole den letzten Teil so oft, wie du es für nötig hältst, um zu deinen Ziel zu kommen.

Du erreichst die Kirche von Hellring. In Gedanken und in deinem Unbewussten hast du den Weg zu deinem Ziel schon zurückgelegt. Spüre in dich hinein, wie es sich anfühlt, wenn du dein Ziel erreicht hast. Schließe deine Augen und lass ein inneres Bild kommen. Welche Farben hat das Bild, ist es heller oder dunkler? Sind Geräusche in diesem Bild, lauter oder leiser? Wie ist die Stimmung in diesem Bild? Was hat sich verändert zu dem Bild am Anfang deines Pilgerweges? Notiere dir alles in deinem Buch.

Was gibt dir der Erzengel Michael mit auf dem Weg?

Kein anderer Engel steht mehr für das Drama zwischen „Was man will“ und „Was man braucht“.

Dieses Prinzip des “wish” und “need” findet sich in der Dramaturgie vieler Heldenreise. Das sind Filme, in denen der Held am Ende zwar sein Oberflächliche Wünsche nicht erreicht, aber das bekommt, was er wirklich braucht.

Und, der Erzengel ist der Schutzengel schlechthin:
O Erzengel. Michael, Prinz des himmlischen Heeres, beschütze und verteidige uns im Kampf. Kommen den Menschen zu Hilfe, die Gott unsterblich geschaffen, nach seinem eigenen Bild und Gleichnis.

Hier schließt sich auch wieder der Kreis zu “wish” und “need”. Gerne haben wir Friede, Freude, Eierkuchen, aber wenn sich was ändern soll, muss man manchmal dafür kämpfen

Der Beginn deiner Wallfahrt in St. Michael hat also eine gute Basis.

Die heilige Ottilie steht für Klarheit ...

Ottilienbrunnen mit Reliquie

und Durchblick „Warum beunruhigt ihr euch? Ich sah und hörte, was man mit Augen nicht sehen, mit Ohren nicht hören, sondern nur mit dem Herzen wahrnehmen kann.” In der Wallfahrtskirche steht der Ottilienbrunnen. Hier kannst du dir ein Fläschchen mit Wasser abfüllen.

Der Ottilienbrunnen

Aus der Lebensgeschichte der hl. Ottilia wird berichtet, dass sie einst — selbst schon geschwächt durch ihr Alter — auf dem Weg zu ihrem Kloster auf dem Berge, einen blinden Mann antraf, der voller Not am Wege lag und unter großem Durst litt. Er war dem Tode nahe. Wegen ihrer eigenen Schwäche konnte Ottilia ihm nicht aufhelfen. Darum setzte sie ihr ganzes Vertrauen auf die Hilfe und Güte Gottes und schlug, so wie es einst Mose getan hatte, einer göttlichen Eingebung folgend, an den nahen Felsen. Sogleich sprudelte eine Quelle heraus, deren heilsames Wasser dem armen Mann das Leben und das Augenlicht wiedergab.

Diese Ottilienquelle sprudelt noch heute. In ihrem Wasser waschen sich die Pilger ihre Augen. 

An vielen Orten, wo Ottilia verehrt und um Hilfe angerufen wird, gibt es einen Ottilienbrunnen. So auch hier in Hellring. Das Wasser des Brunnens berührt eine gefasste Reliquie der Heiligen und stellt so eine direkte Verbindung zu Ottilia dar.